Futsal statt Hallenfußball: Regeln, Positionen und Aufstellung im 5 gegen 5
Wer früher im Winter Hallenturniere gespielt hat, kennt die Bande. Der Ball kommt zurück, das Spiel läuft durch, und gelegentlich folgt der Bandencheck.
Bei offiziellen Turnieren ist das vorbei. Der DFB hat die Halle auf Futsal umgestellt, und die Regeln dahinter stammen von der FIFA. Hier steht, seit wann das gilt, was sich auf dem Feld ändert und wie du die fünf Spieler aufstellst.
Seit wann gilt in der Halle Futsal?
Seit der Hallensaison 2014/15 bei den Junioren und seit dem 1. Juli 2015 bei den Erwachsenen. Der Beschluss fiel 2013 auf dem DFB-Bundestag. Ausgenommen sind Turniere, die Vereine oder Privatpersonen selbst ausrichten, dort sind andere Regeln möglich.
Der DFB begründet die Umstellung mit der Nähe zum Spiel im Freien. Ohne Bande entfällt der Bandencheck, und die Verletzungsgefahr sinkt, besonders bei Kindern. Wie schnell sich das Spiel in Deutschland entwickelt hat, zeigt die Chronik des Verbands:
| Jahr | Was passiert ist |
|---|---|
| 2006 | Erster DFB-Futsal-Cup |
| 2013 | Bundestag beschließt Futsal-Regeln für alle Verbandswettbewerbe in der Halle |
| 2014/15 | Umstellung im Juniorenbereich |
| 1. Juli 2015 | Umstellung im Seniorenbereich |
| 30. Oktober 2016 | Debüt der Nationalmannschaft gegen England in Hamburg |
| 2021/22 | Start der Futsal-Bundesliga |
| 2023/24 | Erste Deutsche Meisterschaft der Frauen |
Den Beschluss für die Futsal-Bundesliga fasste der Bundestag am 27. September 2019, gestartet ist sie zwei Jahre später. In der Saison 2021/22 nahmen 16.746 Teams an den Hallenmeisterschaften der Landesverbände teil.
Was ein Turnier nach Futsal-Regeln braucht
Vereine, die so spielen wollen, brauchen mehr als einen neuen Ball. Der DFB nennt zwei Schiedsrichter pro Spiel, im Jugendbereich teils nur einen, und einen Spielleiter, der die Nettospielzeit und die kumulierten Fouls im Blick hat. Dazu kommen ein Futsalball und Tore von 3 mal 2 Metern, also Handballtore.
Ab der D-Jugend braucht jedes Team außerdem eine Time-Out-Karte und einen Aufsteller mit der Aufschrift "Fünftes Foul". Beides stellt der DFB zum Ausdrucken bereit. Kinder bis zur E-Jugend spielen in der Halle zwischen 2 gegen 2 und 5 gegen 5 nach den Regeln des neuen Kinderfußballs, ab der D-Jugend gelten die offiziellen FIFA-Futsal-Regeln.
Eine Mannschaft zu gründen ist einfacher als der Papierkram: Laut DFB reichen mindestens 10 Spieler, eine Halle mit einem Feld von 40 mal 20 Metern, zwei Handballtore, Futsalbälle und jemand, der das Team organisiert.
Die Regeln im Vergleich zum Feldfußball
Futsal ist nicht Fußball in klein. Die FIFA-Regeln 2025/26, gültig seit dem 5. September 2025, unterscheiden sich an mehreren Stellen vom Spiel im Freien:
| Futsal | Fußball (IFAB) | |
|---|---|---|
| Spieler | 5 inklusive Torwart | 11 |
| Ball | 62 bis 64 cm, 400 bis 440 g, sprungreduziert | 68 bis 70 cm, 410 bis 450 g |
| Tor | 3 m x 2 m | 7,32 m x 2,44 m |
| Spielzeit | 2 x 20 Minuten, Uhr steht bei Unterbrechung | 2 x 45 Minuten |
| Ball im Aus | Einkick mit dem Fuß | Einwurf |
| Abseits | Gibt es nicht | Ja |
| Wechsel | Beliebig oft, bis zu 9 Auswechselspieler | Begrenzt |
Beim Test aus 2 Metern Höhe darf der Ball nur 50 bis 65 cm hoch zurückspringen. Deshalb bleibt er unten, und eine Bande, über die man spielen könnte, gibt es ohnehin nicht.
Ein paar Regeln verändern das Spiel stärker, als man ihnen ansieht. Alle Wiederbeginne, ob Einkick, Ecke, Freistoß oder Torabwurf, müssen innerhalb von 4 Sekunden ausgeführt werden, sonst bekommt der Gegner den Wiederbeginn. Der Torwart darf den Ball in der eigenen Hälfte nicht länger als 4 Sekunden kontrollieren. Berührt der Ball bei laufendem Spiel die Decke, gibt es Einkick für den Gegner.
Am schärfsten wirkt die Foulzählung. Die ersten fünf kumulierten Fouls einer Halbzeit werden mit normalem Freistoß geahndet, ab dem sechsten gibt es einen direkten Freistoß ohne Mauer, meist von der 10-Meter-Marke. Eine Rote Karte kostet zwei Spielminuten Unterzahl, ein Tor der Mannschaft mit mehr Spielern kann sie vorzeitig beenden.
Vier Positionen, portugiesische Namen
Mit Sechser, Achter und Zehner kommst du in der Halle nicht weit. Der DFB unterscheidet in seiner Kurzschulung Torhüter, Fixo (Verteidiger), Ala (Flügelspieler) und Pivot (Zielspieler). Die Namen stammen aus dem Portugiesischen, weil ein großer Teil der taktischen Entwicklung in Brasilien stattfand.
Der Fixo sorgt laut DFB für Ordnung im Spiel und sollte ein guter Passgeber und Distanzschütze sein. Die zwei Alas halten das Spiel breit, spielen nah an den Seitenlinien, sind stark im Eins gegen Eins und öffnen die Passwege auf den Pivot. Der DFB hält Beidfüßer auf dieser Position für besonders wertvoll.
Der Pivot ist in der Grundordnung der Schlüsselspieler. Er steht oft mit dem Rücken zum Tor, muss den Ball behaupten und gibt dem Spiel Tiefe.
Grundordnungen: 1-3-1, 1-4-0, 1-2-2
Hier lauert eine Falle bei der Schreibweise. In der DFB-Kurzschulung steht der Torwart in der Zahl, deshalb heißt dieselbe Aufstellung dort 1-3-1, während sie in vielen anderen Quellen 3-1 heißt. Das erste 1 steht für den Torwart. 1-4-0 ist also das 4-0, 1-2-2 das 2-2.
1-3-1 mit einem Fixo, zwei Alas und einem Pivot war laut DFB früher fast überall beliebt, geriet mit dem Trend zum 1-4-0 etwas aus der Mode und kommt im Spitzenfutsal gerade wieder auf. Für den Einstieg empfiehlt der Verband genau diese Ordnung, sofern es einen klaren Pivot gibt.
1-4-0 stellt alle vier Feldspieler auf eine Linie. Es fehlt die Anspielstation in der Spitze, dafür sollen Räume im Rücken der Abwehr entstehen. Das verlangt Allrounder, und der DFB empfiehlt es eher fortgeschrittenen Teams mit spielintelligenten Spielern.
1-2-2 ist die Box aus zwei Verteidigern und zwei Angreifern. In höheren Klassen sieht man sie kaum noch, weil der enge Raum Pressing leicht macht.
Defensiv nennt der DFB die Raute 1-1-2-1, also Torwart, Fixo, zwei Alas, Pivot. Kein Team spielt nur eine Ordnung. Die FIFA schreibt in ihrem Trainerhandbuch, dass Mannschaften während des Spiels zwischen den Formationen wechseln und etwa 1-4-0 nicht dauerhaft durchhalten.
Der fliegende Torwart
Jeder Spieler darf bei einer Unterbrechung mit dem Torwart tauschen, wenn er ein Torwarttrikot mit seiner eigenen Rückennummer trägt. So entsteht Überzahl: fünf Feldspieler gegen vier, aber ohne Torwart im Tor.
Die FIFA hat ihre eigene Bilanz gezogen. Bei der Weltmeisterschaft 2021 zählte sie 219 solcher Überzahlaktionen, die 16 Tore brachten, rund 7 Prozent. Ihr Fazit im Handbuch lautet, dass Teams eher ein Gegentor kassierten als selbst trafen.
In der E-Jugend (U10/U11) sieht der DFB beim 5 gegen 5 eine Variante vor: Liegt ein Team mit drei Toren zurück, darf sein Torwart als Flying Goalkeeper mitspielen, bis der Spielstand wieder ausgeglichen ist. Die 4-Sekunden-Regel entfällt dort, und gewechselt wird im Block spätestens nach 3 Minuten.
Aufstellung vor dem Spiel planen
Mit 14 Namen im Kader und Wechseln bei laufendem Spiel gibt es mehr zu klären, als fünf Spieler vermuten lassen. Wer startet als Pivot, wer geht im Notfall ins Tor, wer spielt welche Seite?
Zeichne das vorher in einem Aufstellungs-Editor, der 5 Spieler unterstützt, und schick das Bild in die Gruppe. Die Diskussion findet dann im Chat statt und nicht in der Halle. Für Spielformen mit 5+1, 6+1 und 7+1 gibt es unseren Beitrag zur Kleinfeld-Aufstellung, und wie die Spielformen der Kinder in anderen Ländern geregelt sind, steht im Ländervergleich zum Kinderfußball.
Und wer das erste Mal in einer Halle ohne Bande steht, merkt es nach dem ersten Pass: Wer den Ball über die Linie spielt, gibt ihn her.


